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Jahreszeiten aus Sicht der chinesischen Medizin
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Teil 1: Der Herbst Teil 2: Der Winter Teil 3: Der Frühling Teil 4: Der Sommer
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Nachdem auch die letzten Blätter gefallen sind und die Tage immer kürzer
werden, befinden wir uns im Winter. Eigentlich eine Zeit der Einkehr, der
Besinnung und der Innenschau. Das Yang, also der aktive und dynamische
Teil unsere Energie hat sich nach Innen zurück gezogen, die Natur steht
äußerlich still und ist durch Kälte erstarrt um wieder neue Kräfte für das
kommende Frühjahr zu sammeln.
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Im menschlichen Energiesystem verhält es sich genauso. Der Winter ist die
Zeit auszuruhen, sich um das eigene Yin, die substantiellen Kräfte, zu
kümmern, und seine Energien aufzubauen. Leider ist jedoch in der
westlichen Zivilisation die dunkle Jahreszeit in eine Streß-hochzeit
verwandelt worden; Inventuren, Jahresabschlüsse, Vorweihnachtsfieber und
Geschenkekaufwahn sind vorherrschend. Kaum mehr Zeit, geruhsam zu sitzen
und tiefere Kontakte zu pflegen, zu backen oder zu singen oder sich gar
vorweihnachtlichen Geschichten zu widmen.
Parallel zum abnehmenden Licht draußen, zünden wir in unseren Wohnungen,
in unserer Innenwelt, immer mehr Lichter an ,um dann am heiligen Abend das
Fest des Lichtes und der Liebe zu feiern.
Danach werden die Tage langsam wieder länger und ganz langsam beginnt auch
das Yang sich wieder zu erheben, und Kraft für etwas Neues zu liefern.
Sobald sich der Mensch harmonisch in den Zyklus der Natur und des
Jahreslaufes integriert, kann auch das Qi harmonischer fließen, der Mensch
fühlt sich kraftvoller und klarer, er befindet sich eben im Fluss, in dem
alles sein Zeit hat.
Von den Elementen her wird dem Winter das Wasser zugeordnet, dem tiefen,
unergründlichen Element mit ungeheure Kraft und Zielstrebigkeit. Weiterhin
gehört die Farbe schwarz (auch blau) zum Wasserelement, eine Farbe die
alle Farben vereint, und doch keine eigene ist. Als Emotion gehört die
Angst zum Wasser und auch das Vertrauen findet hier seinen Platz, was ja
nur die zwei Seiten desselben Aspektes sind.
Vertrauen und Angst sind mit die tiefsten Emotionen, die häufig unser
gesamtes Leben mit all den Vermeidungs-strategien bestimmen. Der Winter
ist die Zeit, in der sie uns gern besuchen und um Aufmerksamkeit bitten.
Auch die Nieren gehören zum Wasser. Tief in unserem Innern bewahren sie
unser kostbarstes Gut, das was die Chinesen die Essenz nennen. Jene
Energie , die für unsere Lebensspanne und grundsätzliche Kraft
verantwortlich ist, und mit der wir durch Exzesse , Schlafentzug,
Alkoholmißbrauch, oder eben einen Lebenswandel der" an die Nieren geht"
massiv Raubbau betreiben. Die Folge ist ein buntes Feld an Erkrankungen,
bei denn viele Menschen einfach zutiefst erschöpft sind.
Konkreter umgesetzt für den Alltag bedeutet das für ausreichend Schlaf zu
sorgen, ruhig mal eine Weile recht früh schlafen zu gehen, um wieder
aufzutanken, was der aktive Sommer verbraucht hat.
Die Ernährung kann in den Wintermonaten etwas schwerer und deftiger sein,
und sollte vor allem wärmenden Charakter haben. Das heißt viel Rohkost und
Milchprodukte sind nicht zu empfehlen, dafür aber Suppen und nahrhafte
Eintöpfe. Junk-food und Essen aus der Mikrowelle enthält aus chinesischer
Sicht kein Qi, also keine Energie mehr, so dass davon abzuraten ist.
Einheimisches Gemüse, Eingemachtes und Getreide haben eine
harmonisierendere Wirkung als importierte Obstsorten, die häufig
auskühlen. So ist auch die chinesische Medizin nicht für die so beliebten
Orangenkuren zu Weihnachten.
Insgesamt aber gilt, daß der chinesische Diätetik ein großes Spektrum von
Möglichkeiten zur Vorbeugung von Krankheiten zur Verfügung steht, und
Ihnen auch entgegen zu wirken. Allerdings sollten solche Empfehlungen von
TCM Therapeuten ausgesprochen werden, da individuelle Störungen auch
individueller Beratung bedürfen.
Die harmonische Atmung, vor allem in Verbindung mit Bewegung, hat bei den
Chinesen schon immer große Bedeutung gehabt. So ist China Geburtsort von
Tai Qi und Qi Gong, und vielen Kampfkünsten, aber auch Techniken wie Yoga
und verschiedene Meditationsformen gehören in diese Kategorie.
Menschen, die sich auf solche Übungen eingelassen haben, werden
bestätigen, dass sich ihre Lebensqualität um einiges verbessert hat, und
oft aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken sind. Sie sind häufig die
Quelle von Entspannung und Freude, die kleine Oase im Alltagsleben in dem
größere Entspannungszeiten manchmal praktisch nicht umsetzbar sind.
Es gäbe noch viel, viel mehr zu sagen, aber vielleicht sind Sie jetzt ein
bißchen inspiriert, der Natur mal tiefer ins Gesicht zu schauen und sich
ihr anzuschließen. Wenn sie mehr wissen wollen, so fragen sie eine/n TCM
Therapeutin/en in Ihrer Nähe (www.agtcm.de). Und fragen sie ruhig nach,
denn nicht jede/r der Akupunktur anbietet, praktiziert chinesische Medizin.
In diesem Sinne einen erholsamen Winter.
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Judith von der Schirpkotterdellen - Chinesische Medizin - Karlsruhe
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